Mit dem Fahrrad unterwegs

Vom Nordkap nach Kapstadt

Ein schöner Tag

Erstellt von Momomuck am Montag 14. September 2009

Momomuck quält sich nach einer unruhigen Nacht aus dem kuscheligen Bett. Ein Blick aus dem Fenster zeigt, das die Wettervorhersage richtig war. Dunkle graue Wolken peitschen aus Norden über die Landschaft, schlappe 9° Celsius zeigt das Thermometer an, die Sonne ist nicht zu sehen … noch nicht.
Nach der Morgentoilette ab in die Radklamotten, den Tisch gedeckt und ausgiebig gefrühstückt. Kaffee, Kaffee, Kaffee … wie soll ich sonst wach werden? Butterbrote für unterwegs geschmiert. Getränke, Verpflegung und was ich noch sonst so brauche eingepackt. Lisa hat sicherlich wieder einmal 30 Kg Reisegewicht.

Pünktlich auf die Minute beginnt die Anreise zur Keks Tour nach Kempen, die Sonne ist noch immer nicht zu sehen, es ist mittlerweile 10° Celcius warm, der Wind bläst immer noch aus Nord, er ist jetzt mein Freund. Ich fahre über den Deich zur Fähre nach Walsum. Dunkle Wolken liegen tief über den Duisburger Kraftwerken.


Vor mir in der Ferne liegt das unbekannte Land … was wir mich dort erwarten?


In Gedanken stelle ich mir das ferne, fremde unbekannte Land vor, wenige Minuten später reißt mich Thomas aus meinen Träumen. Gemeinsam setzten wir mit der Fähre über und treffen dort Stefan, den ersten Bewohner dieses fremden Landes. Da Stefan unsere Sprache spricht ist die Verständigung kein Problem. In zügigem Tempo geht es nach Moers, dort treffen wir Marcus, der uns von nun an begleitet. Weiter geht es in zügigem Tempo durch Moers, Kapellen, Niep und St.Hubert nach Kempen.


Rundfahrt Kempen – Grenzsteinweg mit Einkauf in der Keksfabrik

Finaler Treffpunkt für die Rundfahrt und den Besuch der Keksfabrik war der Bahnhof in Kempen. Pünktlich um 10:59 trafen wir „Nordlichter“  am Bahnhof ein  … bei unsere letzten Pause (am Berfes in St.Hubert) haben wir uns fast verquatscht, da war doch für die letzten 6 Kilometer nochmals eine höhere Marschgeschwindigkeit angesagt. Bis zu über 40 Kilometer standen nun auch unserem Tachos.

Schon aus der Entfernung konnten wir die anderen Teilnehmer der Gruppe ausmachen, nicht nur durch das weithin sichtbare bekannte Trikot. Die Begrüßung und Vorstellung der Mitfahrer nahm doch einige Zeit in Anspruch, da viele sich nicht perönlich kannten und die Forum Nick’s und Namen, der doch Recht großen Gruppe ( 16 Teilnehmer ) erst einmal sortiert werden mussten. Thomas verabschiedete sich bereits jetzt von uns, da er einen wichtigen Termin in Venlo wahrnehmen musste (Thomas, Du hast wirklich etwas verpasst), der Rest der Gruppe machte sich auf den Weg zur Keksfabrik und wurde direkt mit der Realität des Tages, die uns immer wieder überraschen würde, konfrontiert … Nordwind, 2-3 bft. mit zeitweisen Böen.

Der Einkauf in der Keksfabrik gestaltete sich problemlos. Der Verkaufsraum war übersichtlich (ca. 140 m²), das Sortiment reichlich. Wer sich dazu entschließen konnte vorwiegend Bruch oder 2.Wahl zu kaufen konnte sehr gute Schnäppchen machen und damit zumindest die Kosten für das Bahnticket kompensieren… zusätzlich bot der Probierstand eine Möglichkeit den Kalorienhaushalt direkt nach oben zu korrigieren. Für den einen oder anderen gestaltete sich das Verpacken der Kekse etwas schwierig, da das Verhältnis Platz in den Packtaschen zu gedachtem Platz in den Packtaschen nicht im Einklang stand. Nachdem diese Probleme gelöst waren brachen wir auf zu der geplanten Tour über den Grenzsteinweg.

Die Tour führte vorwiegend abseits der Hauptstrassen durch Felder und Wälder, abgesehen von dem nicht vermeidbaren Weg durch Kempen. Wir sind die Tour im Uhrzeigersinn gefahren um den Teilnehmern die Möglichkeit zu geben von 2 Stellen aus den Rückweg Richtung Düsseldorf zu ermöglichen. Die Route führte und zunächst an der Neersdommer Mühle vorbei zur St. Huberter Kendel, dort machten wir unsere erste Pause, das uns vorher ein Biergarten nicht haben wollte …
Im weiteren Verlauf durch Kappes-, Kartoffel- und Maisfelder führte uns der Weg vorbei an Haus Bockdorf und St.Peter. Hier trennte sich die Gruppe, ein Teil trat den Rückweg mit dem Rad an, der Rest beendete die Tour in der Kempener Innenstadt bei wärmenden oder Mineralienreichen Getränken und netten Gesprächen.

Wir „Nordlichter“ traten anschließend unseren Rückzug an, die Tachos zeigten bereits über 80 Kilometer an und uns standen noch einige Kilometer bevor. Der Nordwind, der sich auf dem Hinweg als Freund vorstellte zeigte uns nun, das er uns nicht mehr so sehr mag, als Ausgleich schien nun vorwiegend die Sonne. Kurz bevor Marcus sich in Moers von uns trennen wollte machte Stefan den Vorschlag den Rest der Tour noch ein wenig attraktiver zu gestalten … und unternahm nach unserer Zustimmung die Führung.
Stefan auf seinem MTB gefolgt von 2 Hollandrädern … im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein … auf Wegen, so schmal, das wir kaum mit den Packtaschen durchkamen … Pfade, die kaum breiter wie der Reifen waren, aber so tief, das die Pedalen zeitweise aufsetzten … gespickt von Wurzeln, die wie Kanthölzer den Weg durchzogen … aber – es hat Spaß gemacht!



Nachdem sich Marcus von uns verabschiedete, sind Stefan und ich noch gemeinsam bis zum Lohheider See gefahren, danach trennten sich auch unsere Wege. Stefan fuhr Richtung Ossenberg und konnte nun endlich “seine” Geschwindigkeit fahren (Respekt, nach über 110 Kilometern noch 27-30 km/h fahren).

Ich ließ mein Garmin mit der Openmtbmap einen Weg zur Fähre in Orsoy suchen … um dann gemütlich mit der Fähre überzusetzen. Es kam, wie es kommen musste, die MTB Strecke hat dem Garmin wohl so gut gefallen, das es mich weiterhin auf ähnlichen Wegen nach Orsoy führte.



Nach dem Übersetzen mit der Fähre radelte ich noch gemütlich (kräftig gegen der Nordwind kämpfend) 10 Kilometer am Deich entlang, meine Blicke vorwiegend auf das ferne, nun nicht mehr ganz unbekannte Land gerichtet, über dem die Sonne unterging.

Eine letzte Pause … in Gedanken ließ ich mir den Tag nochmals durch den Kopf gehen … es war ein schöner Tag.

Insgesamt 131,35 Kilometer (gelogged), ein aktiver Schnitt von ca. 17,5 Km/h, ich bin 100% zufrieden. Die Belastung für Muskeln und Po lagen bei etwa 70%, die Belastung für Lisa auf der MTB Strecke bei 200% …

Ein Kommentar zu “Ein schöner Tag”

  1. Rasende Jenni sagt:

    Danke für die Kekse : ) Tolle Bilder!

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